Ausschreibung: Nachfragereduktionsstrategien von als Heimtiere gehaltenen Reptilien, Amphibien und kleinen Säugetieren - DE-Bonn
Forschungs- und Entwicklungsdienste und zugehörige Beratung
Forschungsdienste
Dokument Nr...: 849431-2017 (ID: 2017051508495112694)
Veröffentlicht: 15.05.2017
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  F+E-Vorhaben: Nachfragereduktionsstrategien von als Heimtiere gehaltenen Reptilien,
Amphibien und kleinen Säugetieren
Bekanntmachung Seite 1 von 5
Bekanntmachung Öffentliche Ausschreibung
Vorhabenbezeichnung:
F+E-Vorhaben Nachfragereduktionsstrategien von als
Heimtiere gehaltenen Reptilien, Amphibien und kleinen
Säugetieren
Vergabenummer: 3517 82 0700
1. Bezeichnung der zur Angebotsabgabe auffordernden Stelle, welche die
Vergabeunterlagen verschickt, den Zuschlag erteilt sowie der Stelle, bei der die
Angebote einzureichen sind
Bundesamt für Naturschutz
Referat Z 1.3
Konstantinstraße 110
53179 Bonn
Fax: 0228/8491-1189
E-Mail: kirschbaumc@bfn.de (nur im Vertretungsfall: steinbergs@bfn.de)
2. Art der Vergabe
Öffentliche Ausschreibung
Vergabenummer: 3517 82 0700
3. Art und Umfang der Leistung, sowie Ort der Leistung
a. Art und Umfang der Leistung:
Deutschland ist eines der Hauptabnehmerländer für als Heimtiere gehaltene exotische Arten.
Insbesondere Reptilien, Amphibien und kleine Säugetiere sind in ihren Ursprungsländern zunehmend
gefährdet, weil sie u.a. für den deutschen Heimtierhandel nachgefragt werden. Im Rahmen des
Vorhabens sollen der Umfang des Handels analysiert und Strategien zur Reduzierung der Nachfrage
entwickelt werden.
Das Vorhaben ist in zwei Phasen gegliedert.
In der ersten Phase ist der Markt mit exotischen Tierarten, die als Heimtiere nach Deutschland
importiert und dort vermarktet werden, zu analysieren. Die zu untersuchenden Tiergruppen sind:
Reptilien, Amphibien und klein bleibende Säugetiere bis zur Katzengröße. Folgende klassischen
Haustiere sind bei der Analyse nicht zu berücksichtigen: Hunde, Katzen, Meerschweinchen,
Kaninchen, Mäuse, Ratten, Goldhamster und Chinchillas.
Zu untersuchen sind sowohl die klassischen Vertriebswege über Hobbymärkte und
Zoofachhandlungen als auch der Vertrieb über Tierbörsen und den Online-Handel. Dabei ist auch zu
berücksichtigen, ob die Arten nur für spezielle Liebhaber interessant sind oder ob diese Arten einen
größeren Kundenkreis ansprechen und von diesem erworben werden.
Folgende Fragen sind zu beantworten:
a. Welche Arten werden in welchen Mengen nach Deutschland importiert und hier gehandelt?
b. Stammen diese Tiere aus Zuchten oder handelt es sich um Naturentnahmen?
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c. Über welche Kanäle und Vertriebswege (Zoofachhandlungen, Hobbymärkte, Tierbörsen,
Internet u.a.) werden die Arten gehandelt?
d. Ist die jeweilige Art oder Artengruppe für einen größeren Kundenkreis von Interesse oder
handelt es sich um Arten, die nur für einen bestimmten, meist fachlich interessierten,
Liebhaberkreis interessant sind?
e. Welche der festgestellten Arten sind aufgrund eines kleinen Verbreitungsgebiets oder
bekannt geringer Populationsgrößen gefährdet?
f. Welche Arten sind aufgrund ihres großen Umfangs im Handel bereits in ihrem Bestand
gefährdet
g. Welche Arten könnten aufgrund des Handelsumfangs in Zukunft im Bestand gefährdet
werden?
h. Durch welche Maßnahmen des Handels wird das Käuferverhalten beeinflusst?
i. Welche anderen Einflüsse wirken sich auf das Käuferverhalten aus?
Für die Untersuchung sind auch die aktuellen Veröffentlichungen wie z.B. Trade in live reptiles, its
impact on wild populations, and the role of the European market, Auliya u.a. in Biological
Conservation, June 2016, oder Amphibian and reptile pet markets in the EU: an investigation and
assessment, Arena, Steedman and Warwick, 2012, oder Stolen Wildlife; Why the EU needs to
tackle smuggling of nationally protected species Altherr, S. (2014)
sowie die bei den zuständigen Verbänden wie dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF)
oder der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) vorhandenen
Handelsdaten zu berücksichtigen. Auch die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft durchgeführte o.g. exopet-Studie ist als Grundlage bei der Marktanalyse und
Bewertung zu berücksichtigen.
Basierend auf den Ergebnissen der Phase 1 sind Vorschläge zu machen und Informationsstrategien zu
entwickeln, um die Nachfrage nach Arten in Deutschland zu reduzieren. Die Strategien zur
Nachfragereduzierung haben sich schwerpunktmäßig auf die durch die Nachfrage im Handel
bedrohten Arten zu beziehen.
Zur Umsetzung der Strategien zur Nachfragereduzierung sind anwendungsreife Vorschläge für eine
Umsetzung in der Praxis zu entwickeln. Neben traditionellen Methoden der Verbraucher-
Beeinflussung haben dabei die sozialen Netzwerke und die Verbreitung der Informationen über diese
Netze einen Schwerpunkt in dieser Phase zu bilden.
Folgende Fragen sind zu beantworten:
a. Bewertung der in Phase 1 durchgeführten Analysen unter Berücksichtigung der jeweiligen
Artengruppen und Handelswege
b. Entwicklung von Strategien und Konzepten zur Verbraucherinformation ggf. unter
Berücksichtigung artrelevanter oder zielgruppenorientierter Besonderheiten
c. Auswahl der besten Strategien in Abhängigkeit von den Verbreitungswegen und den
jeweiligen Zielgruppen
d. Entwicklung und Bewertung von Vorschlägen für spezifische Maßnahmen wie z.B.
o Zertifizierung von Händlern,
o Erstellung artspezifischer Informationen bezüglich Gefährdung oder Bedrohung
durch den Tierhandel,
o Zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsmaßnahmen
e. Sind ggf. gesetzgeberische Maßnahmen erforderlich, um das Käuferverhalten zu
beeinflussen?
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b. Ort der Leistung:
Bundesamt für Naturschutz
Konstantinstraße 110
53179 Bonn
4. Form der Einreichung der Angebote
Die Angebote sind schriftlich in zweifacher Ausfertigung in einem verschlossenen und mit
folgendem Vermerk gekennzeichneten Umschlag einzureichen:
Ungeöffnet Referat Z 1.3 zuzuleiten
Die Abgabe des Angebotes in elektronischer Form ist nicht möglich.
Sprache: Deutsch (gilt auch für Rückfragen und Schriftverkehr)
Für die Erstellung des Angebots werden keine Kosten erstattet.
5. Bestimmungen über die Ausführungsfrist
Mit der Ausführung der Leistung ist umgehend nach Erteilung des Zuschlags zu beginnen. Die
Leistung ist bis zum 30.06.2019 zu erbringen.
6. Bezeichnung der Stelle, bei der die Vergabeunterlagen eingesehen werden können
s. Nr. 1
7. Fristen
Ablauf der Angebotsfrist: 03.07.2017
Bindefrist: 01.08.2017
Falls bis zum Ablauf der Bindefrist kein Auftrag erteilt ist, können die Bieter davon ausgehen,
dass ihr Angebot nicht berücksichtigt wurde.
8. Die wesentlichen Zahlungsbedingungen oder Angabe der Unterlagen, in denen sie
enthalten sind:
Allgemeine Bedingungen für Forschungs- und Entwicklungsverträge des BMUB (ABFE-BMUB),
Stand Januar 2015
9. Eignungsnachweise
Zur Beurteilung der Eignung des Bieters (Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit) sind
mit dem Angebot aussagekräftige Unterlagen zu den folgenden Punkten vorzulegen:
a. Unternehmensdarstellung
a. Standort und Struktur des Unternehmens
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b. Unternehmensschwerpunkte, Dienstleistungs- und Forschungsspektrum
c. Unternehmensgröße (Personalbestand über 5-Jahreszeitraum)
d. Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter/innen sowie Art des
Beschäftigungsverhältnisses (fest angestellt, freiberuflich), die zur
Leistungserbringung eingesetzt werden.
b. Projektspezifische Anforderungen
a. Erfahrungen im Bereich Marktbeobachtung und analyse sowie in den Bereichen
Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucherverhalten
b. Umfangreiche Kenntnisse über die wesentlichen Handelsbeteiligten/Handelswege
c. Detaillierte Kenntnisse im internationalen und EU-Artenschutzrecht und im Bereich
Gefährdung der Arten durch den Handel
c. Referenzprojekte
a. Die unter 9. b genannten Anforderungen an den Auftragnehmer sind mit konkreten
Projekten oder Referenzen (maximal der letzten 5 Jahre) zu belegen. Zu den
Referenzprojekten sind vorzulegen:
I. Organisation/Auftraggeber/Ansprechpartner
II. Projektdauer (Initialisierung  Projektabschluss)
III. Inhaltliche Bezüge zum vorgesehenen Projekt
IV. Besonderheiten (innovative Lösungsansätze etc.)
V. Internetlinks / mediale Referenzen
VI. Die Qualifikationen der jeweiligen vorgesehenen Projektbearbeiter sind
gesondert nachzuweisen.
d. Sonstige Erfahrungen
Sonstige Erfahrungen/Kompetenzen, die zur Bearbeitung des Projekts notwendig sein
könnten, sind vorzulegen.
Das Angebot ist auf Grundlage der Leistungsbeschreibung zu erstellen und wird unter Bezugnahme
auf die hier vorgegebene Struktur erwartet.
10. Angabe der Zuschlagskriterien
Nach der Eignungsfeststellung (siehe Anforderungen an die Bieter) erfolgt die Angebotsbewertung
entsprechend der Richtwertmethode. Die Qualität der angebotenen Leistung wird nach folgender
Gewichtung bewertet:
a) Das dokumentierte Fachwissen und die Erfahrung (Qualifikation) des mit der
Leistungserbringung betrauten Personals (40 Punkte)
b) Umfang und Qualität der angebotenen Leistung (40 Punkte)
c) Vollständigkeit und Schlüssigkeit des Gesamtangebots sowie die realistische Arbeits- und
Kostenkalkulation (20 Punkte)
Das aus den obigen Punkten a)  c) erzielte Ergebnis wird durch den Angebotspreis dividiert. Den
Zuschlag erhält das Angebot mit dem höchsten Wert des Quotienten.
11. Sonstige Informationen
 Es gilt deutsches Recht.
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 Fragen und Auskunftsersuchen sind schriftlich, per E-Mail oder Fax ausschließlich an die
Vergabestelle zu richten.
 Eine direkte Kontaktaufnahme mit anderen Stellen im BfN ist nicht gestattet. Eventuelle
Fragen sowie deren Beantwortung und ggf. ergänzende Dokumente werden allen
potentiellen Bietern zur Verfügung gestellt und sind bei der Erstellung des Angebotes zu
beachten.
 Für die Erstellung der Angebote werden keine Kosten erstattet.
12. Nebenangebote
Nebenangebote sind nicht zugelassen.
Source: 4 http://www.bund.de/IMPORTE/Ausschreibungen/editor/Bundesamt-fuer-Naturschutz/2017/05/1941885.html
Data Acquisition via: p8000000
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             Database Operation & Alert Service (icc-hofmann) for:
       The Office for Official Publications of the European Communities
                The Federal Office of Foreign Trade Information
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